Geschäftskonten ohne Schufa-Abfrage » Ratgeber & Vergleich 2019

Geschäftskonten ohne Schufa-Abfrage

Wer in Deutschland ein Geschäftskonto eröffnen will, muss eine Schufa-Auskunft vorlegen. Mit Ihrer Schufa-Auskunft weisen Sie nach, dass Ihre finanziellen Verhältnisse geordnet sind und dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen aus Krediten und Darlehen ordnungsgemäß nachgekommen sind. Dennoch kann es Gründe geben, die für ein Geschäftskonto ohne Schufa-Abfrage sprechen. Die Zahl der Banken mit schufafreien Geschäftskonten ist überschaubar. Trotzdem lohnt es sich, das Angebot mit den Konditionen genau zu prüfen.

Wann ist ein Geschäftskonto ohne Schufa-Abfrage nötig?

Mit der Schufa-Abfrage prüft die Bank die Bonität des Kontoinhabers. In der Schufa sind alle Geschäftsvorfälle hinterlegt, die mit Krediten und Darlehen in Verbindung stehen. Die Verträge sind eingetragen, ausgeglichene Verpflichtungen sind ebenfalls dokumentiert. Vor allem aber steht in der Schufa, wenn Sie Ihrer Zahlungsverpflichtung nicht nachgekommen sind und deshalb ein Mahn- oder Vollstreckungsbescheid gegen Sie erhoben wurde. Für die Bank ist das ein Anzeichen, dass Sie finanziell nicht in der Lage sind, Ihre Schulden zu bezahlen. Ist das der Fall, ist eine Bank nicht verpflichtet, ein Geschäftskonto für Sie zu eröffnen und zu führen. In solchen Fällen kann ein Konto ohne Schufa-Abfrage eine Alternative sein, denn als Selbstständiger sind Sie in der Regel darauf angewiesen, bargeldlose Geldtransaktionen mit Ihren Geschäftspartnern durchzuführen.

Geschäftskonto ohne Schufa-Abfrage: Das müssen Sie beachten

Jede kontoführende Bank prüft die Bonität von Selbstständigen sehr detailliert, bevor sie das Konto eröffnet. Bevor Sie Ihr Geschäftskonto ohne Schufa-Abfrage bei der Bank beantragen, sollten Sie sich also auf einen längeren Genehmigungs- und Prüfungsprozess einstellen. Vor allem bei Gründern achtet die Bank voraussichtlich penibel darauf, dass die finanziellen Verhältnisse transparent sind und dass die Kreditwürdigkeit in Ordnung ist. Im Idealfall versuchen Sie, vor der Kontoeröffnung die Ursachen für Ihre schwache Bonität zu beseitigen. Bis es so weit ist und Sie ein normales Geschäftskonto eröffnen können, bietet sich ein Konto ohne Schufa-Abfrage an.

Zu beachten ist außerdem, dass die für Ihr Unternehmen gewählte Rechtsform einen Einfluss auf die Bonitätsprüfung haben kann. Wenn Sie das Konto als Freiberufler und als natürliche Person eröffnen, wird Ihre persönliche Kreditwürdigkeit untersucht. Ein Schufa-Eintrag hat dann meist negative Auswirkungen. Gründen Sie eine Kapitalgesellschaft wie eine Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt, wird die Bonität Ihrer Firma als juristische Person geprüft. Ihr persönlicher Schufa-Eintrag ist dann unter Umständen weniger bedeutend.

Schufafreie Geschäftskonten: Kosten und Gebühren

Mit Eröffnung eines Geschäftskontos entstehen meist auch verschiedene Kosten und Gebühren. Das kann auch bei Geschäftskonten ohne Schufa-Abfrage der Fall sein. Hier ist es empfehlenswert, sich bereits vorab über die möglichen Gebühren und Kosten zu informieren.

Viele Banken verlangen für die Führung des Kontos eine Kontoführungsgebühr. Darin sind alle Transaktionen, die über das Konto abgewickelt werden, enthalten. Auch für die Ausstellung und die Nutzung einer Maestrokarte kann eine Gebühr anfallen. Unter Umständen müssen Sie für die Ausführung von beleghaften Überweisungen zahlen. Die Gebühren hängen bei Geschäftskonten stark vom Umfang der Transaktionen ab. Wenn Sie sehr viele Überweisungen für Ihre Firma durchführen oder viele Geldeingänge für einen Onlineshop erhalten, sollten Sie die Konditionen der Banken vergleichen. Allerdings gibt es nur wenige Banken, die ein schufafreies Konto anbieten. Ihre Auswahl ist also nicht so umfassend wie bei Geschäftskonten mit Schufa-Abfrage.

Außerdem sollten Sie darauf gefasst sein, dass die Kontoführungsgebühr für Ihr schufafreies Konto höher ausfällt. Bei dieser erhöhten Gebühr handelt es sich letztlich um eine Art „Strafzins“, die die Bank für Kunden mit schwacher Bonität erhebt. Positiv ist bei einem schufafreien Konto, dass üblicherweise kein Dispositionskredit oder ein Überziehungsrahmen eingeräumt wird. Somit ersparen Sie sich die Zinszahlung für den beanspruchten Kreditrahmen.

Welche Leistungen bringen schufafreie Konten?

Über ein Geschäftskonto ohne Schufa-Abfrage ist die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs gesichert. Das heißt, dass Zahlungsein- und Ausgänge sowie Überweisungen und Lastschriften durchgeführt werden können. Die Abhebung von Bargeld am Automaten oder in der Bankfiliale ist ebenfalls möglich. Die Höhe der Verfügungen kann pro Tag oder Woche eingeschränkt sein, so dass Sie Überweisungen nur bis zu einer bestimmten Höhe veranlassen können.

Für schufafreie Geschäftskonten wird in der Regel keine Kreditlinie eingeräumt. Das heißt, dass Sie Ihr Konto nicht überziehen können. Um Rechnungen zu bezahlen und Überweisungen zu tätigen, muss also ein Guthaben auf dem Geschäftskonto vorhanden sein. Eine Kreditkarte kann häufig ausgestellt werden. Allerdings wird auch sie nicht auf der Basis einer Kreditlinie geführt. Es handelt sich üblicherweise um Prepaidkarten, die vor der Bezahlung mit einem Guthaben aufgeladen werden. Trotz dieser Einschränkungen sind Geschäftskonten ohne Schufa-Abfrage dazu geeignet, die wichtigsten Geschäftsvorfälle wie die bargeldlose Ein- und Auszahlung abzuwickeln.

Welche Vor- und Nachteile haben schufafreie Geschäftskonten?

Der größte Vorteil eines schufafreien Geschäftskontos besteht darin, dass bei der Kontoeröffnung entweder keine Schufa-Abfrage von der Bank angefordert wird oder dass in der Schufa ein negativer Eintrag dokumentiert sein darf. In beiden Fällen ist es für Selbstständige nicht möglich, ein Geschäftskonto mit Schufa-Abfrage zu eröffnen. Somit bietet das Konto ohne Schufa-Abfrage auch Gründern und erfahrenen Selbstständigen eine Chance zur Kontoeröffnung, deren finanzielle Verhältnisse in der Vergangenheit nicht stabil waren.

Ein wichtiger Nachteil des Kontos besteht darin, dass in der Regel kein Überziehungsrahmen eingeräumt wird. Das Konto ist also ausschließlich auf Guthabenbasis zu führen. Das gilt auch für eine Kreditkarte, die für das Konto ausgegeben wird. Hier handelt es sich meist um eine Prepaidkarte, die aufgeladen werden muss, bevor Sie sie zur Zahlung nutzen können.

Welche Geschäftskonten ohne Schufa gibt es?

Eine interessante Empfehlung ist das schufafreie Geschäftskonto, das die Fidor-Bank zur Verfügung stellt. Die Kontoeröffnung ist ohne Prüfung der Schufa möglich. Die Kontoführung ist kostenfrei. Ein Überziehungskredit oder eine EC-Karte werden für das Konto nicht eingeräumt. Die Prepaid-Kreditkarte kostet im Jahr rund zehn Euro.

Die Ethik-Bank bietet ein Geschäftskonto an, das auch für insolvente Selbstständige gedacht ist. Für die Kontoführung fallen pro Monat 9,75 Euro an, jede Buchung wird mit 20 Cent berechnet. Eine Bankkarte wird gegen eine Gebühr von 10,50 Euro jährlich ausgegeben.

Eine Kreditkarte mit integrierter Kontofunktion wird von Paycenter angeboten. Die Kosten belaufen sich auf 68 Euro pro Jahr, für Überweisungen, Bargeldabhebungen und Lastschriften kommen weitere Gebühren über 50 Cent hinzu. Der Kontoinhaber darf einmal monatlich Bargeld in Euro abheben, außerdem sind pro Monat fünf eingehende Geldüberweisungen kostenfrei. Außerdem berechnet Paycenter eine Kontoführungsgebühr über 9,90 Euro im Monat.

Wie beantragt man ein schufafreies Konto?

Bevor Sie als Selbstständiger ein Konto eröffnen können, müssen Sie einige Unterlagen einreichen. Dazu gehören in der Regel die letzten Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen oder Einnahme-Überschuss-Rechnungen. Auch die Steuerbescheide der letzten Jahre sind häufig vorzulegen. Hinzu kommen je nach Bank Betriebsaufstellungen und ein Businessplan. Eine Schufa-Auskunft ist bei einem schufafreien Konto nicht zwingend erforderlich.

Den Antrag auf Kontoeröffnung stellen Sie je nach Bank entweder online oder persönlich in der Filiale. Bevor Sie das Konto eröffnen, lohnt sich übrigens ein Vergleich der Konditionen. Auch wenn es nur eine überschaubare Anzahl an Banken mit schufafreien Konten gibt, sollten Sie die Gebühren und die Konditionen im Detail prüfen, bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden.

Fazit: Schufafreie Konten sind eine Option mit Einschränkungen

Wenn die Eröffnung eines Geschäftskontos mit Schufa-Abfrage für Sie nicht in Frage kommt, bleibt nur die Alternative des schufafreien Kontos. Der große Vorteil dieser Konten besteht darin, dass Sie bei der Beantragung des Kontos keinen Auszug aus der Schufa vorlegen müssen. Vor allem negative Eintragungen in der Schufa könnten die Kontoeröffnung durchaus verhindern. Allerdings wird für diese Konten meist kein Überziehungsrahmen eingerichtet. Außerdem wird lediglich eine Kreditkarte auf Guthabenbasis vergeben. Damit schützt die Bank auch den Kontoinhaber vor unüberlegten Ausgaben, die seine finanzielle Situation weiter verschärfen könnten. Somit sind schufafreie Geschäftskonten eine solide Alternative für Gründer und Selbstständige, die ihre Finanzen und ihre Bonität in absehbarer Zeit in Ordnung bringen wollen.

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